Marximal 2026

Das Marximal ist mit der Geschichte der Airpussies verwoben wie kaum ein anderes Turnier. Fast jedes Jahr waren wir dabei, und schon am Freitag Abend auf dem Zeltplatz erzählten wir uns Geschichten von früher. Vor vielen Jahren gewannen wir hier das beste Beer-Race aller Zeiten, bei dem Jannik im Einkaufswagen durch die Gegend geschoben wurde und mit einer Nadel die Gegnerischen Luftballons zerplatzte. Vor einiger Zeit landeten wir durch sehr viel Pech mit dem Spielplan auf dem vorletzten Platz, obwohl wir nur zwei Spiele verloren und gegen die beiden besten Teams gewonnen hatten. Doch dieses Jahr setzten wir der langen Geschichte dieses Turniers die Krone auf.
Das erste intergalaktische Ultimate-Turnier auf dem Planeten Marx (heute als Chemnitz bekannt), wo jeder Punkt ein Universe-Punkt war, wurde mit zwölf Teams auf drei Kunstrasenplätzen ausgetragen. Gespielt wurde Loose-Mixed 5 gegen 5.
Am Samstagmorgen traten wir gegen die DJs von unserem Heimatplaneten an. Zu Anfang war das Spiel sehr ausgeglichen mit vielen Turns auf beiden Seiten. Unsere Defense war von Beginn an sehr erfolgreich und wir konnten immer wieder die Scheibe ergattern, warfen aber auch in der Offense viele riskante Würfe, die teilweise nicht ankamen. In der zweiten Hälfte des Spiels setzten wir den Fokus stärker auf den Aufbau, was unser Spiel viel sicherer machte. Dadurch bauten wir uns einen ordentlichen Vorsprung auf und gewannen schließlich 12:8.
Im zweiten Spiel ging es für uns gegen die Kosmonaut*innen, eines der Ausrichterteams. Beflügelt von dem ersten Spiel nahmen wir uns vor, einfach genau so weiter zu machen. Bei allmählich auffrischendem Wind nutzten wir in der Defense jeden kleinsten Fehler der Chemnitzer aus und spielten in der Offense sichere kurze Pässe. Damit gingen wir schnell in Führung und gewannen schließlich 10:6.
„Gegen die Hallunken haben wir immer verloren“, wurde vor dem dritten Spiel gemunkelt. Der Wind war inzwischen deutlich stärker geworden und unsere Pässe kamen nicht mehr immer an, doch unsere Defense war noch immer eng und fokussiert. Nach ein paar Punkten gewannen wir die Kontrolle in der Offense zurück und gingen in Führung. Am Ende des Spiels legten wir sogar noch einen drauf, machten mehrere Punkte in Folge und gewannen 12:7.Silver Disk „Bergakademimimimimi“ Freiberg war mit vielen Anfängerinnen und Anfängern angereist. Nach den ersten drei Spielen schien dieses Spiel eigentlich keine Herausforderung zu sein, doch die teils unübersichtlichen Laufwege unserer Gegenspieler*innen brachten uns ordentlich durcheinander. Der Punktestand war lange sehr eng, und unser Selbstvertrauen schwand, bis wir in der Defense auf eine Zonenverteidigung umstellten, um die kurzen Pässe zu verhindern. Damit konnten wir die Freiberger zu tiefen Würfen zwingen, die so gut wie nie ankamen. Von dem Moment an hatten wir das Spiel wieder in der Hand. Schließlich gewannen wir auch das letzte Spiel des Samstags 15:9.
Nach diesem unglaublich erfolgreichen Tag rechneten wir uns auch gute Chancen beim „Space Race“ aus. Am Anfang sah es auch ziemlich gut aus, Jessi legte eine Spitzenzeit beim Trinken vor, doch außerirdische Mächte sabotierten uns, indem sie das Triebwerk für unsere Rakete kurz vor dem Start verschwinden ließen.
Die Party fand in einer mehrere Lichtjahre entfernten Galaxie statt, deshalb schickten wir nur drei Kundschafter*innen, die jedoch wacker bis zum Ende durchhielten.
Am Sonntagmorgen stand das letzte Spiel der Vorrunde gegen die Baybees aus Bayreuth an. In diesem Spiel war unsere Defense nicht so erfolgreich wie am Vortag, immer wieder kamen die Baybees auf der offenen Seite frei und konnten die kurzen Pässe sicher spielen. Wir ließen uns hingegen öfter zu riskanten Pässen hinreißen, die nicht immer ankamen. Dadurch konnten die Baybees sich einen Vorsprung aufbauen und gewannen 11:8.
Im Vergleich zwischen den drei Teams aus unserer Gruppe, die jeweils vier Spiele gewonnen hatten, sicherten wir uns durch einen extrem knappen Punktevorsprung den zweiten Platz und kamen gemeinsam mit den Kosmonauten in den oberen Pool. Ein besseres Ergebnis hätte es nicht geben können, denn unser Sieg gegen die Kosmonauten zählte dadurch schon ins Endergebnis und den vierten Platz hatten wir schon sicher.
Im zweiten Spiel des Sonntags traten wir gegen die Hexen im All an, die längst als Turnierfavoriten galten. Am Anfang lief es gut für uns: Gleich nach dem ersten Anwurf holte Jannik einen Kallahan, also einen Punkt, bei dem man einen Wurf des anderen Teams in der gegnerischen Endzone abfängt. Allerdings machten die Hexen gleich darauf vier Punkte in Folge. Nach einem Timeout konzentrierten wir uns noch stärker auf die Defense, holten stark auf und konnten das Spiel fast noch drehen, verloren dann aber doch 7:10.
Zu diesem Zeitpunkt sah alles danach aus, als könnten wir noch den zweiten Platz erreichen, würden wir das letzte Spiel gegen Rotor („Stahl Reichenheim“) gewinnen. Gegen das Berlier Team rechneten wir uns gute Chancen aus.
Die ersten paar Punkte war das Spiel sehr ausgeglichen, beide Teams punkteten abwechselnd. Dann holte Rotor den ersten Break-Punkt und ging in Führung. Daraufhin verloren wir etwas die Nerven und spielten merklich unsicherer, zwischenzeitig lag Rotor zwei bis drei Punkte vorn. Nach einem Timeout spielten wir wieder konzentrierter, holten zwischenzeitig auf, dann preschte Rotor wieder vor. Bei Ablauf der Spielzeit stand es 10:8 für Rotor, nach dem Cap-one-Prinzip ging das Spiel nun bis 11. Wir starteten mit der Offense, spielten ruhig und machten den Punkt zum 10:9. Nun starteten wir mit der Defense und mussten noch zwei Punkte in Folge machen. Schon bald konnten wir die Defense holen und waren wieder an der Scheibe, doch auch Rotor spielte eine harte Defense und kam wieder in Scheibenbesitz. Nach mehreren weiteren Turns konnten wir am Ende den Punkt machen.
Damit stand es 10:10 und wir starteten wieder mit der Defense in den alles entscheidenden letzten Punkt. Wir verteidigten so hart wir konnten, doch eine Weile konnte Rotor sichere Pässe spielen. Schließlich war es ein zu weit vorgelegter Überläufer-Pass, der nicht ankam und uns wieder in Scheibenbesitz brachte. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Jessi wagte einen riskanten Wurf in die gegnerische Endzone. Jannik lieferte sich ein Luftduell mit einem Gegenspieler in der hintersten Ecke des Spielfeldes. Noch bevor er gelandet war, ließ Janniks gellender Schrei keinen Zweifel mehr offen, wer das Spiel gewonnen hatte. Es fühlte sich an wie das Finale, sagte jemand nach dem Spiel über diesen letzten Punkt.
Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Die Hexen im All, die unangefochtenen Turnierfavoriten, hatten ihr letztes Spiel überraschend deutlich verloren, und plötzlich war der Ausgang des Turniers wieder völlig offen. Wieder gab es einen extrem knappen Dreiervergleich, und niemand konnte sagen, wie er ausgehen würde.
Mit zitternden Knien standen wir bei der Siegerehrung, als ein funkelnder Astronaut die Hexen im All als Platz drei ankündigte. Mit angehaltenem Atem verfolgten wir, wie er Platz zwei vorlas: die Kosmonauten. Und wir hatten immer noch nicht verstanden, was passierte, als er uns schließlich nach vorne rief. Zum ersten Mal seit der Mixed-DM vor sieben Jahren haben die Airpussies wieder ein Turnier gewonnen.